Kirchen / Gemeinden

Kath. Pfarrkirche St. Lubentius

Ähnlich dominant wie der Limburger Dom und von diesem beeinflusst, steht die doppeltürmige, dreischiffige Emporenbasilika auf einem Kalkfelsen über der Lahn. Die Kirche des 841 erstmals erwähnten Kollegiatsstiftes St. Lubentius und Juliane war die Mutterkirche aller Gotteshäuser an der mittleren Lahn und Sitz des Archidiakons. Der erste nachweisbare Bau des 8. Jhds. wurde schrittweise zu einer Basi­lika mit zunächst einem und schließlich zwei Westtürmen umgebaut, deren ungleich hohen Turmstuben ein hölzerner Laufgang verbindet. Im Inneren des dreigeschossigen Langhauses stützen mächtige Rechteckpfeiler die Arkaden, den Emporenbögen sind schlanke Basaltsäulen eingestellt. Nach Befund wurde die romanische Quaderbemalung wiederhergestellt, das Querhaus zeigt Ornamentreste des 13. Jhds. Die im 9. Jh. von Kobern überführten Reliquien des Kirchenpatrons ruhen unter seinem Kopfreliquiar, einer mittelrheinischen Gold­schmiedearbeit des 13. Jhds., im originalen Steinsarkophag in der nördlichen Turmkapelle, deren moderne Glasfenster Johannes Schreiter entwarf. Auf dem rings um die Kirche verbliebenen Friedhof hat sich im Norden die romanische Michelskapelle erhalten.

Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus

Es mag die unmittelbare Nachbarschaft zu Dietkirchen, dem traditionsreichen Stift und Sitz des Archidiakons gewesen sein, der Dehrn dazu bewog, trotz aller Anfechtungen in der Reformationszeit, als einziges Dorf der Grafschaft Nassau‑Diez, katholisch zu bleiben. Die 1925/ 26 von Architekt Hermann, Neuwied erbaute, neubarocke Kirche besticht durch ihre breite Eingangsfront und den seitlich angeordneten gravitätischen Turm. Echte barocke Kostbarkeiten sind die von der Hadamarer Schule geschaffene Pieta und die Kreuzigungsgruppe, deren Assistenzfiguren etwa 100 Jahre später hinzugefügt wurden. Der zur früheren Ausgestaltung gehörige Stuck entfiel leider bei der ersten Renovierung. Dann im Herbst 2006 wurde sie erneut renoviert.

Sankt Nikolauskapelle

In die Regierungszeit der Grafen und Fürsten von Hadamar fiel die Konsekration (Weihe) der Nikolauskapelle am Schloss. Am 7. August des Jahres 1652 wurde sie von Bischof Otto von Trier erteilt. Das Schiff der Kapelle wurde noch dem 30-jährigen Krieg an den gothischen Chor der Kapelle angebaut. Die Kapelle ist in Ursprüngen viel älter. Es wird vermutet, dass sie vor 1350 errichtet wurde. Ein eingemauertes Weihwasserbecken trägt die Jahreszahl 1530. Schon im Jahre 1527 versah ein Mönch des in Limburg ansässigen Wilhelmitenordens im Auftrag der Frei von Dehrn den Gottesdienst in Dehrn. Die Inschrift auf einer Glocke, die mit vier weiteren Glocken das Geläut der Pfarrkirche bildet, lautet wie folgt: + S. MARIA + S. NICOLAUS – JOHANNES HARTMANN FREI VON DERN – MARIA BARBARA FREIIN – JOHANNES TELEN PASTOR – PETRUS ALBACH – JACOBUS ETZ – MATHEUS SCHEFFER- 1654.